


März 2020: Mein absolutes Glück wurde von der Nachricht einer weltweiten Epidemie und einem allgemeinen Lockdown hart getroffen. Diese so sehr gewünschte Schwangerschaft musste hinter verschlossenen Türen und in einem ebenso angsterfüllten wie unsicheren Klima stattfinden. Familiäre Isolation, Mobbing am Arbeitsplatz, isolierte Schwangerschaftsvorsorge, verstärkte Verwundbarkeit: Das Licht und die Sanftheit, die ich mir vorgestellt hatte, wichen schnell einer erdrückenden Traurigkeit. Als ich zum ersten Mal das Leben in mir wachsen sah und hörte, musste ich meine Tränen und meine Emotionen hinter einer FFP2-Maske zurückhalten. Es war unmöglich, dieses „freudige Ereignis“ mit irgendjemandem zu teilen, nicht einmal mit dem Papa. Doch ein medizinischer Fehler während meiner Entbindung – und die Erfahrung eines unbeschreiblichen Schmerzes – sollten alles ins Wanken bringen. Schock, akute posttraumatische Belastungsstörung, Dissoziation: Ich hatte meinen Körper verlassen und war nicht mehr da. Ich war nicht mehr ich. Man hatte mir die Begegnung meines Lebens – die mit meinem Kind – gestohlen und gleichzeitig das Leben verloren.