


Die Schwangerschaft mit meiner ersten Tochter war nicht geplant, jedoch stimmig. Sie fühlte sich aber überhaupt nicht so an. Ich wusste nicht, was mit mir los war, sprach offen darüber, dass ich mich schlecht fühlte, sehr müde und erschöpft war, irgendwie nichts fühlte. So schlimm, wie es sich anfühlte, war es für mich nicht schwanger zu sein. Es schien mich niemand so richtig zu verstehen. Das alles war mir ein Rätsel. Zwei Monate vor dem Geburtstermin starb unverhofft mein Vater. Es war schlimm für mich ihn zu verlieren, die Trauer drang durch den Gefühlsnebel. Es schmerzte sehr, doch auch wenn es Trauer war, fühlte ich doch endlich wieder etwas. Ich wurde noch müder und erschöpfter und wurde von meiner Hebamme krankgeschrieben. Nun sollte ich mich also für die Geburt erholen. Diese war lang und anstrengend, aber als das Kind da war, fühlte ich mich endlich wieder wie zuvor, endlich wieder wie ich selbst. Was für ein Glück! Zusammen mit den Liebeshormonen war ich richtig beflügelt.