


Hat man mit einer psychischen Erkrankung während der Schwangerschaft oder nach der Geburt zu kämpfen, kann die Ablehnung durch die Partner:in besonders schmerzhaft sein.
Psychische Erkrankungen wie postpartale Depressionen, Angststörungen oder posttraumatische Belastungsstörungen sind häufig mit Missverständnissen und Stigmatisierung verbunden, was dazu führen kann, dass sich die nicht erkrankte Partner:in emotional zurückzieht.
Es kann auch vorkommen, dass die betroffene Person nicht die notwendige Unterstützung erhält, wenn die Partner:in Schwierigkeiten hat, die Symptome einer psychischen Erkrankung zu akzeptieren. Gefühle der Ablehnung, wie das Empfinden, nicht gesehen oder nicht unterstützt zu werden, können die Situation für die betroffene Person zusätzlich erschweren und unerträglich machen. Sie haben sich die Erkrankung nicht selber ausgesucht und fühlen sich bei Unverständnis seitens Partner im Stich gelassen. Die gesunde Partner:in könnte sich auf der anderen Seite vollkommen überfordert oder hilflos fühlen, da sie nicht wissen, wie sie mit der Erkrankung umgehen sollen. Diese Phase war in ihrer Vorstellung von Glück, Wachstum & Neugier als Paar geprägt, nun ist die Realität ganz anders. Ihr:e Partner:in erscheint ihnen wie ausgewechselt, vorschnelle Ratschläge kommen womöglich nicht gut an.
Es ist daher wichtig, dass beide Partner:innen in dieser Zeit offen miteinander kommunizieren, anstatt gegenseitige Annahmen übereinander zu treffen. Die unterstützende Partner:in sollte versuchen, Empathie zu zeigen und sich über die Erkrankung zu informieren, um besser zu verstehen, was die betroffene Partner:in gerade durchmacht. Der Dialog über die eigenen Bedürfnisse und ehrlichen Erwartungen hilft, eine gemeinsame Lösung zu finden. Beide müssen lernen, Geduld zu haben und sich gegenseitig Raum zu geben, um mit den emotionalen und praktischen Herausforderungen der Situation umzugehen.
Professionelle Hilfe, wie eine Psychotherapie für die betroffene Partner:in oder eine Paartherapie für beide, kann ebenfalls eine geeignete Unterstützung bieten, damit die gemeinsame Beziehung gestärkt aus der Krise hervorgehen kann.
*Stand: Frühling 2026
Geschäftsleiterin